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Reise durch die Vergangenheit

Die ibidi Geschichte nahm ihren Anfang im Jahre 1999. Der Biophysik-Doktorand Valentin Kahl suchte in seiner Arbeitsgruppe AG Rädler an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München nach Mitstreitern, die mit ihm am Münchner Business-Plan Wettbewerb teilnehmen wollten. Bereits kurze Zeit später reichten Valentin Kahl, Roman Zantl, Ulf Rädler und ihr Forschungsgruppenleiter Joachim Rädler (die zwei Rädlers sind übrigens nicht verwandt) einen Business Plan ein, der auf der Kommerzialisierung von Mikroskopie-Kammern beruhen sollte.

Die detaillierte Firmengeschichte, sowie die Entstehung des Namens, etc. sind in einem Interview nachzulesen, welches Roman und Valentin im Oktober 2020 dem Laborjournal gegeben haben.


Die ersten sechs Jahre hatte die junge Firma ihren Sitz im Keller des LMU-Physik Gebäudes. Dort wurden die ersten Produkte (wie z.B. µ-Slide I) entwickelt, produziert und auch vertrieben. Nach und nach kamen mehr und mehr Mitarbeiter hinzu. Die Messen und Bestellungen wurden mehr und ibidi fing an, sein weltweites Distributoren-Netzwerk zu erweitern.

Mehr zu den ersten Mitarbeiten erfahren Sie in den „20 Fakten über ibidi” – Fakt #10.


Original Pitch Video für ibidis Teilnahme am Münchner Business Plan Wettbewerb 1999.


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Die Entstehungsgeschichte des µ-Slide Chemotaxis

Im Zuge eines Forschungsprojekts in Kollaboration mit der Hochschule Mittweida bewarb sich der Biotechnologie Student Elias (heute Produktmanager bei ibidi) 2003 für eine Diplomarbeit bei ibidi. Seine Forschungsarbeit umfasste Experimente, um herauszufinden, ob es möglich sei, in dem bereits existierenden Produkt µ-Slide I Gradienten zur Erforschung von Chemotaxis in Zellen herzustellen. Es zeigte sich, dass Chemotaxis Experimente im µ-Slide I zwar möglich, aber nicht gerade einfach durchzuführen waren. Also wurde ein Prototyp entwickelt, der aufgrund seiner speziellen Geometrie die Aufrechterhaltung eines stabilen Gradienten und Langzeitexperimente von gerichteter Zellmigration ermöglichte. In Kollaboration mit Dr. Pamela Zengel, die am Klinikum Großhadern an Chemotaxis von Endothelzellen forschte, wurde ein Zellträgersystem entwickelt und patentiert, welches für Chemotaxis-Langzeitexperimente unter dem Mikroskop optimiert war.

Die zugrunde liegende Technologie wurde in folgendem Artikel veröffentlicht: Zengel et al. μ-Slide Chemotaxis: a new chamber for long-term chemotaxis studies”. BMC Cell Biol. 2011 May 18;12:21. doi: 10.1186/1471-2121-12-21. Artikel lesen

Aus dieser Idee resultierte das µ-Slide Chemotaxis 2D, welches 2010 für 3D Applikationen und auf Anwenderfreundlichkeit optimiert wurde und fortan als µ-Slide Chemotaxis 3D verfügbar war. 2018 erhielt das Produkt eine Namensänderung und ist nun als µ-Slide Chemotaxis im ibidi Portfolio zu finden.

Mehr zu Chemotaxis Assays finden Sie hier.

2007 zog ibidi in das Innovations- und Gründerzentrum Biotechnologie (IZB) in Martinsried um. Die räumliche Nähe zu anderen Biotechnologie Startups, sowie zur Biologie- und Biochemiefakultät der LMU und den Max-Planck-Instituten für Biochemie und Neurobiologie, ermöglichten den stetigen Wissensaustausch mit anderen Firmengründern und Wissenschaftlern. So kam z.B. auch der Kontakt zu den Wissenschaftlern Michael Sixt und Roland-Wedlich Söldner zustande, die in ihren Arbeitsgruppen den F-Aktin-Marker LifeAct entwickelten. 2010 wurde LifeAct bei ibidi einlizensiert. Die damalige Doktorandin Julia, die LifeAct in ihrer Doktorarbeit (betreut von Roland Wedlich Söldner und Michael Sixt) charakterisierte, wurde wenig später als Produktmanagerin bei ibidi eingestellt, um das ibidi Reagenzien Portfolio aufzubauen.


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Werfen Sie einen Blick auf die allererste ibidi-Website aus dem Jahr 2002.



2010 fand auch das erste Chemotaxis User Meeting bei ibidi statt. Ca. 100 Wissenschaftler aus dem Chemotaxis-Feld tauschten sich über die neusten Erkenntnisse und ihre Erfahrungen mit dem ibidi µ-Slide Chemotaxis aus.

Der enge Austausch mit Wissenschaftlern hatte bei ibidi immer schon einen hohen Stellenwert. Zusätzlich zu Kundenbesuchen, Konferenzen und Messen bieten die ibidi in-house und online Laborkurse eine gute Gelegenheit, um mit Wissenschaftlern zu diskutieren.

Seit 2008 finden bei ibidi regelmäßig Anwenderkurse für die Applikationen Chemotaxis und Zellen unter Fluss statt. In diesen Kursen vermitteln die jeweiligen ibidi Experten theoretisches und praktisches Wissen zur Planung, Durchführung und Auswertung von Chemotaxis- und Flussexperimenten.



Über die Jahre kamen mehr und mehr Mitarbeiter hinzu und ibidi war mittlerweile so groß, dass die Firma nach und nach weitere Büro- und Laborräume im IZB anmieten musste. 2016 war ibidi über drei verschiedene Gebäudeteile und mehrere Stockwerke des IZBs verteilt und über den Status eines Start-Ups hinausgewachsen.
Es wurde langsam Zeit, sich über neue Räumlichkeiten Gedanken zu machen…

Erfahren Sie mehr im Kapitel Reise durch die Gegenwart.